Übersicht:
Was ist Zeit? - Der
Zeitsinn - Verschiedene
Zeitlichkeiten - Physikalische Zeitlichkeiten
-
Gegenwarten
- Jahre
-
Monate
- Tage
- Stunden
- Minuten
- Sekunden - Kalender
- Uhren
-
Keine
Daten vor 1582? - Philosophische
Gedanken - Science Fiction
Tabellarische Stichworte:
• Was ist Zeit? • Der Zeitsinn • Verschiedene Zeitlichkeiten - Gefühlte
Zeit, verstandene Zeit - Relativistische
Zeit
(Einstein) • Physikalische Zeitlichkeiten entsprechend den Ebenen, auf denen Licht, Teilchen und massereiche Materie organisiert sind: - Die Zeit des Physikers - Sternzeit, astronomische Zeit, Sonnenzeit - Siderische Zeit - Universalzeit - Primäre Standardzeit - Planckzeit • Gegenwarten - organische - globale - soziale - tragische
- Sonnenjahr - Mondjahr • Monate - siderischer - synodischer |
• Tag - siderischer Tag - Sonnentag, bürgerlicher Tag - Sterntag, Frühlingspunkt - Biologischer Tag - Innerer biologischer Tag
• Kalender Im Jahr 2012 weltweit benutzte Kalender: rund 40! Einige Beispiele aus der Vergangenheit und der Gegenwart: - Sonnen-/Mondkalender - ägyptischer - julianischer - griechischer - christlicher - römischer - gregorianischer - jüdischer - islamischer - chinesischer - Mayakalender - mittelamerikanischer - japanischer
• Warum keine „richtigen“ Daten vor dem 24. Februar 1582? • Philosophie Gedanken, die sich mit der Zeit, (un)möglichen Zeitreisen und möglichen Parallelwelten befassen (Anm: Träume, Erinnerungen, sekündliche Entscheidungen...) |
Das Wesen der Zeit ist für unsere
Wahrnehmung ein kontinuierliches Dahinfließen der Ereignisse,
versinnbildlicht und messbar durch eine Sanduhr: mit jedem fallenden
Sandkorn ist mehr Zeit verstrichen. Veränderungen sind Anzeichen für
das Verrinnen der Zeit. Aber: hat Alles und Jedes eine Zeit oder einen
Zeitbegriff? Was genau muss man unter dem Begriff Zeit verstehen?
Viele Tierarten sorgen für
die Zukunft vor, weil sie nicht anders können! Ist es
Zeit, um in den Süden zu fliegen, dann ist das so; ob es Sinn hat oder
nicht.
Auch können - höher entwickelte - Tierarten ihr zeitliches Verhalten in
engen Grenzen anpassen; aber nur in sehr wenigen Ausnahmefällen
können sie begreifen, was Vergangenheit ist: Meinem
Hund kann ich mitteilen, dass es gleich Futter geben wird, und er wird
entsprechend reagieren; niemals aber wird er begreifen, dass es schon
Futter gegeben hat.
Der menschliche Säugling erfährt ständig alles aufs Neue, bis zu einem
gewissen Zeitpunkt: Dann kann er begreifen, dass es etwas geben wird,
und dass es auch etwas schon gab; darauf kann er sein Handeln und seine
Reaktionen abstimmen, also die Zukunft vorhersehen oder zumindest
erahnen. Viele Tiere können das ebenfalls, aber nicht durch bewusstes
Denken und Planen, und sie können ihr Handeln nicht schlüssig aus
Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft übertragen und
damit gezielte Handlungen vornehmen; ihr Verhalten ist zwar in gewissem
Sinne erlernt, aber dennoch instinktgeprägt.
Der Mensch aber besitzt die Fähigkeit, die Welt in ihrem vorsagbaren
und unvorhersagbaren Zustand wahrzunehmen, was ihm schon zu uralten
Zeiten die Fähigkeit zu einer diffizilen Kommunikation ermöglichte.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Gefühlte Zeit und verstandene (gemessene) Zeit
Wir
alle haben einen "eingebauten" Sinn dafür, was damit gemeint ist, wenn
wir von "vor einem Ereignis" oder "nach einem Ereignis" sprechen.
Jedoch gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen gefühlter Zeit und verstandener (gemessener) Zeit:
Die gemessene Zeit
können wir auf Zifferblättern, Digitalanzeigen und Kalendern ablesen,
wir schauen regelmäßig auf die Uhr, führen Terminkalender, versuchen,
pünktlich zu Terminen zu erscheinen. Manche Kulturen nehmen es hierbei
mehr, andere weniger genau mit der Pünktlichkeit, aber letztlich
scheint sich fast überall auf der Erde die Organisation des
menschlichen Alltags in das System der gemessenen Zeit einzugliedern.
Dieses
Zeitsystem aus Stunden, Tagen, Jahren, ist zwar vom Jahreszyklus und
dem Tag-/Nachtwechsel abgeleitet, aber gemacht haben wir Menschen uns
dieses System selbst.
Diesem definierten starren System steht unsere individuelle
Zeitwahrnehmung, die gefühlte
Zeit, gegenüber.
Diese
Wahrnehmung ist nicht nur von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich,
sie verändert sich, je nach Situation, auch bei jedem von uns permanent.
Manchmal
scheint uns die Zeit davonzulaufen, z.B. wenn wir dringend etwas fertig
machen müssen oder Termine zu dicht aufeinander folgen.
Doch dann
gibt es auch die Momente, wo die Zeit überhaupt nicht vergehen will:
Beim Warten scheint die Zeit sich oft zu einem lästigen Etwas
auszudehnen, das wir endlich hinter uns haben wollen. Oder überhaupt in
Situationen, die uns unangenehm sind. Wie sehnen wir uns oft danach,
dass diese endlich vorüber gehen, wie lange können uns da ein paar
wenige Minuten vorkommen.
Wie fühlen zwei Fuß- oder
Handballmannschaften und ihre Anhänger die letzten bangen Minuten bis
zum Schlusspfiff, wenn das eigentlich unterlegene Team mit einem Tor
führt?
Das
Team mit dem Vorsprung kann es nicht erwarten, die Zeit bis zum
erlösenden Pfiff will einfach nicht kommen, während die gegnerische
Mannschaft verzweifelt stürmt: die Zeit dehnt sich fürchterlich, sie
vergeht viel zu langsam...
Für das andere Team vergeht die Zeit
viel zu schnell, in der vielleicht noch die Möglichkeit zum Ausgleich
besteht: die Zeit wird knapp, viel zu knapp!
Dem Schiedsrichter
ist das alles egal: er hat seine gemessene Zeit, die er auf der
Digitaluhr ablesen kann; nur diese Zeit zählt!
Doch
die Zeit
läuft uns nicht nur davon oder will nicht vergehen, manchmal scheint
sie auch stehen zu bleiben; wir nehmen überhaupt nichts mehr
von
ihr war, scheinen in einen Zustand der Zeitlosigkeit aufgegangen zu
sein. Dies geschieht meist, wenn wir uns mit etwas beschäftigen, das
unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, das uns fesselt und wir
uns völlig in diese momentane Tätigkeit verlieren können. Wir, bzw.
unser Ich, mit all seinen Wünschen, Freuden, Sorgen und Leiden, scheint
dann tatsächlich verloren, verschwunden zu sein. Da ist dann nur noch
der Moment und das, was wir eben hier und jetzt tun und wahrnehmen, ein
Zustand der Zeitlosigkeit und oft auch von Seeligkeit. Erst die Uhr als
zeitmessende Institution macht uns wieder - erschreckend! - auf die
Realität aufmerksam.
Die
Zeit ist also für jeden Menschen subjektiv; aber da das Zeitbewusstsein
für das Überleben notwendig ist, wird die Zeit damit auch etwas
Objektives.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Absolute Zeit (nach Newton)
Relativistische Zeit (nach Einstein)
Eine "relativ" kurze Definition
ist mir an dieser Stelle noch nicht geglückt! Ich bin dabei, aus meinen
Büchern über die Spezielle Relativitätstheorie und die Allgemeine
Relativitätstheorie einen verständlichen Extrakt zu schreiben, um ohne
die Schwierigkeiten dieser Theorien auskommen zu können. Geduld, bitte!
Es
sei jetzt nur kurz angemerkt, dass es sich hier, - soweit es als
Erklärung in den Rahmen dieser Seite passt -, nicht nur um
subjektives Zeitempfinden handelt (s. hier), sondern vor allem um die Tatsache, dass die Zeit unter gewissen Umständen tatsächlich schneller oder langsamer vergeht!
Der
Satz "Alles ist relativ" ist leider fälschlicherweise im Volksmund
gebräuchlich geworden; genauer muss es heißen "Alles ist relativ, vom
Standpunkt des Betrachters aus gesehen"!
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Tag
Es gibt viele Möglichkleiten, einen "menschgemachten" Tag zu
definieren! Kurze Beispiele:
Für
einige Völker der Antike begann der Tag mit dem Sonnenaufgang, die
alten Ägypter zählten (wir wir heute) den Tag von Mitternacht bis
Mitternacht. Im alten Judentum begann der Tag mit dem Sonnenuntergang.
Die alten Germanen zählten nicht die Tage, sondern die Nächte, wie es
die Engländer heute noch ausdrücken, wenn sie einen Zeitraum von 14
Tagen "a fortnight" nennen. Bis 1925 zählten Astronomen ihre
Tage
von Mittag zu Mittag; seitdem von Mitternacht zu Mitternacht. Im Hotel
beginnen die Tage oft "nach 14 Uhr" und enden "vor 10 Uhr". Auch Sie
haben bestimmt eine eigene Tagesvorstellung, besonders wenn Sie im
Schichtbetrieb tätig sind oder keiner geregelten Arbeit nachgehen
können.
Wie lange ist ein Tag? Das hängt davon ab, was mit einem Tag gemeint
ist:
Ein mittlerer Sonnentag gleicht
1,0027379093 siderischen
Tagen oder 24 Stunden 03 Minuten 56,55537 Sekunden siderischer Zeit.
Ein mittlerer
siderischer Tag
entspricht 0,0972695663 mittleren Sonnentagen
oder 23 Stunden 56 Minuten 4,09055 Sekunden der Sonnenzeit. Etwas
verwirrend, oder?
Sonnentag (bürgerlicher
Tag):
Erdumdrehung bezogen auf die Sonne; sein mittlerer Wert (bürgerlicher
Tag) ist etwa 4 Minuten länger als der siderische Tag.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Siderischer Tag:
(Die Bezeichnung ist abgeleitet vom lateinischen Wort sidus (Genitiv:
sideris) für Stern, oder auch von sidereus (=Sternbild)).
Die
Dauer einer Umdrehung der Erde gegenüber einem fiktiven Stern in
unendlicher Entfernung. Er ist etwas kürzer als der mittlere Sonnentag
(=bürgerlicher Tag), der auf dem scheinbaren Umlauf der Sonne beruht.
Das liegt daran, dass die Erde sich nicht nur um sich selbst, sondern
auch um die Sonne dreht. Ein Jahr hat – einigermaßen genau – einen
siderischen Tag mehr als bürgerliche Tage. Der Unterschied verteilt
sich auf die Tage eines Jahres und beträgt knapp 4 Minuten pro Tag.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Sterntag:
Eine 360°-Umdrehung der Erde, bezogen auf einen Frühlingspunkt.
Frühlingspunkt:
Schnittpunkt der aufsteigenden, scheinbaren Sonnenbahn (Ekliptik) mit
dem Himmelsäquator. Steht die Sonne im Frühlingspunkt, so beginnt
definitionsgemäß der astronomische Frühling auf der Nordhalbkugel der
Erde, dies ist jährlich um den 21. März der Fall.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Tropischer Tag:
(Erklärung!)
Sonnenzeit (wahre Sonnenzeit, mittlere Sonnenzeit): s.
physikalische Zeitlichkeiten (s. dort
Erklärung! Link dorthin in neuem Tab!)
Biologischer
Tag:
Der biologische
Tag ist ein Rhythmus, den wohl alle Lebewesen besitzen, bis hinunter
zur molekularen Ebene. Ein
solches Verhalten, das einen 24-Stunden-Rhythmus zeigt, nennt man
Zirkadianverhalten.
Kleines Beispiel: Blüten einer gemeinsamen Gattung (z.B. Korbblütler)
öffnen und schließen sich bis auf die halbe Stunde genau zur selben
Zeit, jedenfalls in der gleichen Vegetationsgegend; in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde aus diesen Erkenntnissen
eine Blumenuhr enwickelt (s. hier).
Zirkaniades Verhalten wurde bei Hunderten wirbelloser Arten gefunden:
von einfachsten Algen bis hin zu Insekten, ja sogar bei Parasiten, die
im Blut leben.
Gleiches gilt für Wirbeltiere: ob norwegische Ratten,
amerikanische Weißfußmäuse, Känguruhs, Seeottern, Katzen, Vögel oder
Menschen.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Innerer
biologischer
Tag:
Es gibt aber auch einen inneren
biologischen
Tag, der nicht direkt beobachtbar ist, sondern in Experimenten
erschlossen werden muss. Z.B. sind bei der Maus über sechzig innere
zirkaniade Zyklen identifiziert worden, die Organe, Hirnbereiche, ja
sogar das Knochenmark der Wirbelsäule betreffen; weitere Erläuterungen
würden diesen Rahmen sprengen.
Allerdings sei noch erwähnt,
dass (nicht nur) der Mensch bei verschiedenen Tageszeiten in besonderer
Weise auf Erlebnisse reagiert, die nicht dem normalen biologischen Tag
entsprechen: Militärische Unterrnehmungen werden oft kurz nach
Mitternacht unternommen, weil der zu überraschende Feind sich um diese
Zeit in seinem
biologischen Wach-/Schlafrhythmus befindet; aus diesem Grund klopft
auch der Polizist bei einem Verdächtigen in den frühen Morgenstunden an
die Tür. Sicher kennen Sie viele Situationen, bei den Sie sagen: "Nicht
um diese Zeit! Da bin ich für so etwas nicht ansprechbar/nicht zu
interessieren/zu unaufmerksam" usw.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Sekunde
Wie lange währt eine Sekunde? Das hängt davon ab, was mit
einer Sekunde gemeint ist:
Die allgemeine astronomische
Sekunde ist der 86.400ste Teil eines Sonnentages (s.dort LINK! Neues Fenster!)
Da aber Tage unterschiedlich lang sein können, hat die internationale
Astronomische Union eine Sekunde der Ephemeridenzeit (s.dort LINK! Neues Fenster!) als
1/31.566.925,974 des tropischen Tages (s.TAG! Neues Fenster!)
des Jahres 1900 definiert.
Die physikalische
Sekunde wurde 1972 als Frequenz einer bestimmten Atomuhr neu definiert
und gilt seither als Referenz für alle wissenschaftlichen
Zeitmessungen: die Schwingungen eines Cäsiumatoms! Nach genau
9.192.631.770 Schwingungen ist ene Sekunde beendet. Mögliche Abweichung
zu einer baugleichen, anderen Atomuhr: 1 Sekunde in drei Millionen
Jahren.
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Uhren
Zeitmessung:
Blumenuhr:
Der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné legte 1745
erstmals die von ihm entwickelte Blumenuhr im Botanischen Garten von
Uppsala an. Dabei handelte es sich um ein Blumenbeet in Form eines
Zifferblatts mit reihum 12 Unterteilungen, die mit den zur jeweiligen
Stunde blühenden krautigen Pflanzen bepflanzt waren. Denn bei der
Beobachtung der Natur in seiner nächsten Umgebung hatte er die für
seine Zeit überraschende Feststellung gemacht, dass bestimmte
Pflanzenarten nur zu bestimmten Tageszeiten blühten. Darauf aufbauend
intensivierte Linné seine Forschung und stellte fest, dass diese
pflanzlichen Aktivitäten während der gesamten (schwedischen)
Wachstumsperiode immer zur gleichen Tages- oder Nachtzeit
stattfanden. Indem er im Ein-Uhr-Feld die krautigen Pflanzen
anpflanzte, die entweder um 13:00 Uhr oder um 01:00 Uhr ihre Blüte ganz
geöffnet hatten und in den Feldern 2 bis 12 die jeweils entsprechenden
Pflanzenarten, hatte er eine exakte, natürliche Uhr geschaffen. Es soll
ihm bei der Frage nach der Uhrzeit ein Blick aus dem Fenster seines
Arbeitszimmers auf seine Blumenuhr genügt haben, um die Uhr bis auf 5
Minuten genau abzulesen.


Blumenuhr
Zum
Vergrößern mit der Maus darauf zeigen!
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Warum keine genauen Daten vor dem 24. Februar 1582?
Die durchschnittliche Jahreslänge des julianischen Kalenders (s.dort! Neues Fenster!) beträgt 365,25 Tage, was eine Abweichung von 0,0078 Tagen in Bezug auf das mittlere tropische Jahr aus macht. (s.dort! Neues Fenster!) Daraus resultiert eine sehr langsame Verschiebung des Kalenderjahres zum Sonnenjahr. (s.dort! Neues Fenster!) Diese Verschiebung summiert sich in 128 Jahren
zu einem vollen Tag, und somit kommt es auch zu einer Verschiebung der
Daten von Sonnenwenden und Tag-und-Nacht-Gleichen. Im Laufe der
Jahrhunderte wurde also der julianische Kalender bezogen auf die
Jahreszeiten immer ungenauer. Das ärgerte die römische Kirche, da sich
damit auch das Osterfest immer mehr in Richtung Sommer verschob.
Nachdem
verschiedene Astronomen beauftragt wurden, eine Lösung zu finden,
erließ Papst Gregor VIII danach am 24.2.1582 eine päpstliche Bulle, die
die folgenden Korrekturen beinhaltete:
- Zehn Tage des
Kalenders wurden gestrichen: Auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582
sollte Freitag, der 15. Oktober folgen.
- Die Regelung für Schaltjahre wurde geändert: Jedes vierte Jahr, mit Ausnahme
der durch 400 nicht teilbaren Jahrhunderte, ist ein Schaltjahr. Demnach
sind die Jahre 1600 und 2000 Schaltjahre, aber 1700, 1800, 1900 und
2100 nicht.
- Neue Regeln für die Berechung des Osterfestes wurden festgelegt; (entfällt hier aus Gründen der Kompliziertheit).
- Der erste Tag des Jahres ist der 1. Januar.
- Der zusätzliche Tag eines Schaltjahres ist nicht mehr der Tag vor dem 25.Februar, sondern der Tag nach dem 28. Februar.
Die mittlere Jahresdauer des Gregorianischen Kalenders (s.dort! Neues Fenster!) beträgt 365,2425 mittlere
Sonnentage (s.dort! Neues Fenster!). Die Abweichung vom tatsächlichen tropischen Jahr (s.dort! Neues Fenster!) beträgt nur
0,0003 Tage. Dies wird sich erst nach rund 3330 Jahren zu einem ganzen
Tag aufsummieren.
Der
gregorianische Kalender ist heute fast weltweit Standard. Dennoch
gibt es abweichende Kalender, die in verschiedenen Kulturen benutzt
werden. (s. Kalender) (s.dort! )
...zur
Übersicht
...zu
diesem Eintrag in der
Tabelle
Philosophische
Gedanken
Sind wir imstande, den
Zeitablauf zu kontrollieren oder zu beeinflussen?
Ja!
Wir sind nicht nur imstande dazu, sondern wir lenken den Zeitablauf
tatsächlich mit fast jeder Entscheidung, die wir treffen, in eine
andere Bahn, also in eine andere Zukunft. Jede unserer Entscheidungen zum Beispiel,
die andere Menschen betreffen, zwingt diese auf einen anderen,
vielleicht nur kleinen Umweg; das schreitet für den anderen ebenso fort
usw.
Und damit beeinflussen wir auch die Zukunft; nicht nur unsere eigene,
sondern die Zukunft der Welt.
Es ist also, als ob es nicht nur eine
Zukunft gibt, sondern unendlich viele Zukünfte; jede ausgelöst durch
jede unserer einzelnen Entscheidungen. All diese Zukünfte betreffen
auch andere Menschen, die auf irgend eine Art mit unserem
eigenen
Leben in Beziehung stehen - und deren Entscheidungen sind wiederum mit
uns selbst und auch andereren Menschen verwoben.
Sie
kennen sicher eine solche Einsicht: "Hätte ich das damals nicht gesagt,
dann wäre unsere Freundschaft nicht in die Brüche gegangen, und mein
/unser Leben hätte sich anders entwickelt!" Fast alle Menschen denken
aber über diese Konsequenz nicht nach: Das "Was-wäre-wenn" wird in
Momenten der Entscheidung selten durchgespielt, weil Entscheidungen
sehr oft spontan getroffen werden. Dieses inzwischen
"Was-wäre-wenn-nicht"-Spiel geht einem oftmals erst viele Jahre später
durch den Kopf, und dann kann man erstaunt sein, denn: Das ist höllisch
komplex!
Wie hätte sich das Leben der beiden Bezugspersonen
denn entwickelt? Wie sehr wären hunderttausende Menschen im Laufe von
40 Jahren von dieser Ihrer Entscheidung betroffen, weil sich das Leben
ab dem Zeitpunkt Ihrer Entscheidung in unsagbar viele
Einzelentscheidungen der anfangs betroffen beiden Personen aufspaltet?
Würde, wenn Sie sich nicht getrennt hätten, 40 Jahre danach an einem
beliebigen Ort eine wunderschöne Eiche stehen statt einer Müllhalde?
Sind
diese alternativen Zukünfte verloren, oder waren sie nie existent? Oder
haben sie sich vielleicht weiter entwickelt, ohne sich um unsere
Entscheidung zu kümmern und sind dadurch zu sog. Parallelwelten
geworden, von denen wir kein Bewusstsein haben? In einer davon könnte
die Eiche stehen, statt einer Müllhalde, weil Sie sich entschlossen
hatten, diesen dummen Satz nicht zu Ihrem Partner zu sagen...
(Wird
fortgesetzt: 40 Jahre des Nachdenkens über solche Probleme bedürfen
sehr viel Zeit, diese Gedanken in - auch für mich! - verständliche
Worte zu packen...)
...zurück...